Archiv für Schule

Nachdenklich

Es ist gerade echt spannend in der Wunstorfer Kommunalpolitik – und noch viel spannender sind die vielen Gespräche, Kommentare, Bemerkungen und Diskussionen – nicht nur über die eigentlichen Probleme, sondern auch über uns Politiker selbst – auch über mich.

Schule ist natürlich immer ein emotionales Thema, auch für mich. Und es ist aus meiner Sicht eines der wichtigsten Zukunftsthemen, dem oftmals zu wenig Beachtung, Geld und Engagement „geschenkt“ wird. Daher mein starkes Engagement für Schule und Kinder.

Ich weiß, dass meine Meinung, mein Ausdruck, meine Rhetorik nicht jedem gefallen. Ja, ich bin mir dessen durchaus bewusst. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die sich bei mir für meinen Einsatz bedanken – den Dank gebe ich zurück.

„Wer jedem gefallen will und es allen recht machen will, liefert sich freiwillig dem Mitmachzwang aus“ – Ernst Ferstl.

Und ich werde keine faulen Kompromisse mitmachen, ich werde nicht nachgeben und nicht aufgeben. Wenn ich jetzt anfange mich selber zu verbiegen, dann begebe ich mich auf einen Weg, den ich nicht gehen will. Dann würde ich austauschbar, wie so viele andere Politiker.

Nein, ich bleibe lieber streitbar und lebe damit, dass mich nicht jeder mag. Dafür kann ich abends mit gutem Gewissen ins Bett gehen und muss mich nicht jeden Tag aufs neue Verbiegen. Das geht nur auf den Rücke

Gedanken zur Schulpolitik in Wunstorf

Eine IGS deren Gebäude seit Jahren saniert werden und deren Schülerinnen und Schüler zu Teilen in einer Außenstelle unterrichtet werden. Kosten die sich in den letzten Jahren vervielfacht haben und für einen Großteil des Wunstorfer Schuldenbergs verantwortlich sind. 60€ Schulgeld por Monat und regelmäßig zu viele Anmeldungen, so dass jedes Jahr gelost werden muss.

Ein Gymnasium mit einem seit Jahrzenten sanierungsbedürftigen Oberstufengebäude. Dazu eine Außenstelle in Steinhude und bei weitem zu wenig Platz für alle Schülerinnen und Schüler. Außerdem kein Interesse an einem Ganztagsunterricht und kein erkennbares Konzept für die Zukunft.

Eine Realschule in Steinhude, die ausläuft. Eine Außenstelle vom Gymnasium, die von Schule und Verwaltung nicht gewollt ist. Ein Gebäude, dass zeitnah auch sarnierungsbedürftig sein wird. Kein Plan, wie das Gebäude nach Auslaufen der Realschule um Schließung der Außenstelle weiter genutzt werden kann und soll.

Ein Schulzentrum in der Barne, welches kaum jemand wirklich besuchen will. Eine Hauptschule mit so wenig Schülerinnen und Schülern, dass man mehrere Klassen in einem Raum unterbringen könnte. Eine Grundschule die seit Jahren sanierungsbedürftig ist. Eine Turnhalle die ihren Zenit längst überschritten hat.

Einen „Plan“ alle Grundschulen (zehn an der Zahl) in zehn Jahren zu Ganztagsschulen umzubauen und schon bei der ersten Schule zwei Jahre Verzug.

Das ist die Schullandschaft in Wunstorf im Jahr 2018. Und das kommt nicht überraschend oder plötzlich – der Niedergang zeichnet sich seit Jahren ab und viele warnen seit Jahren vor den Konsequenzen, die aber von der Verwaltung hartnäckig ignoriert werden.

 

So wurde vor drei Jahren das Gymnasium Steinhude geschlossen. Nur der engagierten Initiative Steinuder Eltern war es zu verdanken, dass zunächst eine Umwandlung in eine Außenstelle des Hölty-Gymnasiums und kein kompletter Umzug erfolgte. 2015 begründete man die Abwicklung mit stark sinkenden Schülerzahlen und ging für das Gymnasium für 2018/2019 von weniger als 1000 Schüler/innen aus. Aktuell nähern wir uns der Zahl 1300. Es gab also keinen Grund für die Schließung – und jetzt haben wir den Salat.

Und ganz plötzlich, wo es um eine Verlängerung der Außenstelle geht, fällt der Schulleitung ein, dass das so nicht weitergehen kann und die Schüler/innen doch bitte ins Hauptgebäude kommen sollen. Weil Pendeln für Lehrer so doof ist und die Software das alles so nicht leisten kann. Aber irgendwie gibt es nicht genug Platz im Hauptgebäude. Da könnte man doch ein ehemaliges Verwaltungsgebäude in der Nähe als Außenstelle nutzen. Grandiose Idee.

Es startet eine beispiellose Desinformationskampagne der Schule über alle Schul- und Elterngremien mit freundlicher Unterstützung der Verwaltung, die froh zu sein scheint, dass dieses mal die Schulleitung Initiator der Aktion ist. Also arbeitet man eine Vorlage aus, die den Umzug von einer funktionierenden Außenstelle in eine neue, eigentlich wenig bis gar nicht geeignete Außenstelle zum Inhalt hat. 270 Schüler/innen wären davon betroffen. (Vorlage). Gleichzeit hebelt man demokratische Meinungsbildungsprozesse aus, indem man sich vorab von der Landesschulbehörde ein (aus meiner Sicht) Gefälligkeitsschreiben erstellen lässt, in man durchsickern lässt, dass eine Verlängerung der Außenstelle in Steinhude wohl plötzlich unwahrscheinlich ist – was in der Vorlage von 2015 noch ganz anders klang. Die Info gibt man natürlich auch gleich an die Presse weiter – vermutlich um die Eltern und Politiker die andererer Meinung sind gleich mal zu demotivieren.

Apropos – die in der Vorlage genannte Teil-Gruppe von Eltern, die den Umzug nicht befürworte,t sind 100% aller Steinhuder Eltern, was die Vorlage natürlich unterschlägt.

Die o.g. Vorlage unterschlägt so einiges. Und sagt auch einiges, was nicht wahr ist, oder nicht belegbar oder einfach der Wunsch des Vater Gedanken des Verfassers  – und alle Probleme ernsthaft ignoriert.

Langfristige Sarnierungskosten werden auf eine dreijährige Nutzung aufgerechnet, bereits dementierte Äußerungen des Schulleiters weiter abgedruckt. Probleme werden kleingeredet und Kleinigkeiten aufgebauscht. So wird davon gesprochen, dass Kinder in der Außenstelle benachteiligt wären und schlechtere Abschlüsse hätten, weil in der Außenstelle kein bilingualer Geschichtsunterricht oder kath. Religionsunterricht möglich wären. Nachweise für einen echten Unterschied – keine. So werden Klassenräume von 45qm als ausreichend erachtet während z.B. die Stadt Hannover über viele Jahre keine Unterrichtsräume unter 60qm gestattete. So wird ein Weg zwischen Außenstelle und Haupthaus offenbar kleingerechnet weil Wege innerhalb der Gebäude ignoriert werden. Zusätzliche Ausfälle von Unterrichtsstunden, verursacht durch die Außenstelle werden in % angegeben – rechnet man nach kommt man auf eine Stunde pro Monat. Die zusätzlichen Lehrerstunden, die das Gymnasium durch die Außenstelle bekommt werden, natürlich, ignoriert.

Am Ende bleibt der Wunsch von einem Umzug der Außenstelle in eine neue Außenstelle, weil die näher dran ist. Auch wenn diese keine Schule sondern ein Verwaltungsgebäude ist, keine Fachräume hat und, nicht zu vergessen, niemand garantieren kann, dass diese zum Schulbeginn 2019 wirklich frei ist.

Der Ortsrat Steinhude hat sich, bis auf Ratsfrau Schweer von der CDU, gegen die Vorlage augesprochen. Der OR Wunstorf dafür. Der Schulausschuss wird die Vorlage nächste Woche behandeln und der Stadtrat danach.

Die gesamte politische Diskussion befasst sich aus meiner Sicht leider nicht ernsthaft mit den Wünschen und Bedürfnissen der Schüler/innen Es geht hier, wieder einmal, nur um Bedürfnisse und Befindlichkeiten einiger Politiker/innen. Und nach Wochen der, wie ich finde, unsäglichen Diskussionen geht es einigen nur noch darum irgendwie das Gesicht zu wahren… Und vermutlich wird das WC während der Ratsabstimmung sehr voll sein, weil der eine oder andere nicht den Charakter hat zu seiner Meinung zu stehen.

Das ist unerträglich für mich.

Wie geht es weiter mit der Realschule Steinhude

Gestern fand in der Graf-Wilhelm-Schule Steinhude ein Informationsabend zur Zukunft der selbigen statt. Die Schule läuft zum Jahr 2020 aus, hat derzeit noch 80 Schülerinnen und es werden naturgemäß jedes Jahr weniger. Da kann die Sorge entstehen, dass die Unterrichtsversorgung zukünftig nicht mehr gewährleistet werden kann.

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70 Kinder vom Himmel gefallen

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Völlig überraschend fehlen in Wunstorf 70 (!) Kita- und Krippenplätze und niemand kann sich erklären, wo die vielen Kinder herkommen. Mit 70 Kindern füllen wir in wenigen Jahren 4-6 Grundschulklassen und danach dann 2-3 Klassen an weiterführenden Schulen. Aber irgendwie wurden die wohl übersehen.

Wenn Rat und Verwaltung der Stadt Wunstorf bei den Berechnungen, die zur Schließung des Schulzentrums Steinhude führten genauso gewissenhaft gerechnet haben – na dann, vielen Dank. Es wird wirklich Zeit, dass sich in der Schulpolitik unserer Stadt etwas ändert.

Die Bürgerinitiative „Pro Steinhuder Schulen“ gibt nicht auf

Bürgerinitiative Pro Steinhuder Schulen gibt nicht auf
Bürgerversammlung in Steinhude ein voller Erfolg

Brgerbeteiligung

(Steinhude, 02.02.2016) Die Bürgerinitiative Pro Steinhuder Schulen hatte am gestrigen Montag zu einer Bürgerversammlung in Steinhude eingeladen, um über das weitere Vorgehen zu informieren und die Stimmung der Bürger zu erkunden. Das Fazit des Abends fasst Thorben Rump, Pressesprecher der Initiative, so zusammen: „Wir sind erfreut, wie motiviert die Wunstorfer Eltern sind, die Initiative zum Schulerhalt auch weiterhin zu unterstützen, und wie stark der Wunsch ist, dass wir weitermachen.“ Innerhalb der nächsten zwei Wochen wird die Bürgerinitiative daher noch einmal aktiv Spenden sammeln, um die aktuelle Klage zur Durchführung des Bürgerentscheids zu Ende zu bringen und sich im Falle eines eventuellen Unterliegens den Weg in die nächste Instanz offen zu halten.

Zu Beginn der Versammlung informierten die Mit-Initiatoren Stephan Kaufmann, Stefanie Desch, Susanne Köpers und Thorben Rump über die bisherigen Aktivitäten der Initiative, das Bürgerbegehren und den Sachstand der Rechtsstreitigkeiten, sowie die aktuelle finanzielle Situation.

Zusammengefasst zeigten sich die Initiatoren sehr enttäuscht von den jüngsten lautstarken Wortmeldungen aus Rat und Verwaltung. Es habe nie wirklich Gesprächsangebote seitens der Politik gegeben, nur auf Initiative der Bürgerinitiative kamen Gesprächsrunden zusammen, die aber allesamt ergebnislos verliefen, da spürbar von Anfang an keine Kompromissbereitschaft auf Seiten des Rates vorhanden war. Das sei umso bitterer, als jetzt einige Politiker vorgeben, Sie hätten stets das Gespräch zur Bürgerinitiative gesucht und einen Bürgerentscheid sogar begrüßt. Stattdessen würden Rat und Verwaltung sich inzwischen hinter einer Mauer aus Paragraphen verschanzen und den durch Unterschrift bekundeten Willen von über 5.000 Wunstorfer Bürgern vollends aus den Augen verlieren.

Die Bürgerinitiative hatte im vergangenen Frühjahr 5244 gültige Stimmen gegen die Beschlüsse zur Schließung des Schulzentrums Steinhude gesammelt, davon ca. 40% aus Steinhude und 60% aus der Kernstadt und allen übrigen Ortsteilen. „Offensichtlich ist ein großer Teil der Wunstorfer Bürger mit der Schulpolitik in unserer Stadt unzufrieden“, so Kaufmann, „und wünscht sich Schulvielfalt anstelle von Zentralisierung.“

Zwar hat das Verwaltungsgericht in einem Hinweisbeschluss vor einigen Tagen angedeutet, dass die Zulassung des Bürgergehrens eventuell an einem, aus Sicht des zuständigen Einzelrichters nicht ausreichenden, Kostendeckungsvorschlag scheitern könnte, doch sind alle übrigen Aspekte der erhobenen Klage darin noch nicht abschließend beleuchtet. „Derzeit wird geprüft, ob wir durch eine Entgegnung unsere Position weiter untermauern können,“ sagt Stephan Kaufmann, „schließlich hat die Ratsvorlage zur Schließung des Schulzentrums Einsparungen ausdrücklich verneint. Dann kann auch der Erhalt der Schule keine neuen Kosten verursachen, für die das Bürgerbegehren eine Deckung aufzuzeigen hätte.“

Die Bürgerinitiative bittet nun alle Wunstorfer Bürger um weitere Spenden, um die Klage weiterführen zu können, wofür bis zu 3.500€ benötigt werden. „Ohne Spenden sind wir nicht in der Lage, die Klage weiterzuführen.“ so Rump. „Die Spendenbereitschaft in den nächsten 14 Tagen wird zeigen, ob wir weitermachen können oder nicht.“

Gespendet werden kann über die Webseite www.prosteinhuderschulen.de per Paypal oder ganz klassisch per Überweisung auf das Konto der Bürgerinitiative:
Volksbank Nienburg
IBAN: DE83256900091010142000
BIC: GENODEF1NIN
Kontoinhaber: Thorben Rump

Es ist, wie es ist. Ist jetzt alles für die Katz?

In der Politik wird mit harten Bandagen gekämpft. Auch Nachtreten, wenn der Gegner am Boden liegt ist offenbar weit verbreitet. So gesehen heute in der Leine Zeitung im Artikel zur Klage für das Bürgerbegehren zum Erhalt der Steinhuder Schulen.

Es hat inzwischen den Anschein, dass die Verwaltung der Stadt Wunstorf zumindest handwerklich saubere Arbeit leistet. So hatte die Bürgerinitiative „Pro Steinhuder Schulen“ ja auch schon die bisherigen Klagen zurückgezogen und sich einzig auf die Klage gegen die Ablehnung des Bürgerbegehrens konzentriert. Aber auch hier macht das aktuelle Schreiben vom Gericht wenig Hoffnung auf Erfolg. Die Initiative wird das mit Ihrem Anwalt klären und wir werden sehen.

Was dabei leider oft vergessen wird, ist das „Recht bekommen“ nicht unbedingt auch „Recht haben“ bedeutet. Wie gesagt, es hat den Anschein, als wenn die Verwaltung rechtlich möglicherweise einwandfrei gearbeitet hat – das bedeutet aber nicht, dass inhaltlich alles korrekt gelaufen ist.

Über 5.000 Bürger haben das Bürgerbegehren zum Erhalt der Steinhuder Schulen unterschrieben und damit Ihre Unzufriedenheit mit der Wunstorfer Schulpolitik zum Ausdruck gebracht. Das wird in der aktuellen Berichterstattung leider komplett vergessen. Und die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Sorgen der Bürger durchaus berechtigt scheinen:

Der derzeitige Rektor des Gymnasiums Steinhude wechselt in Kürze zum Hölty Gymnasium und deutet an, dass wohl schon im kommenden Schuljahr keine 10. Klassen mehr in Steinhude unterrichtet werden. Ein Schelm, der böses dabei denkt. Die Realschule hat nach dem Wegfall der 5. Klassen nicht mehr genug Schüler um einen eigenen Rektor zu haben. Und das wird ja nicht besser. Ich denke, wir können davon ausgehen, 2017 keine Schule mehr in Steinhude zu haben.

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Der heutige Artikel in der Leine Zeitung gibt dem Thema noch einen zusätzlichen, faden Beigeschmack. Schon lange habe ich das Gefühl, dass SPD und Grüne ganz schön „angepisst“ sind, weil ein paar nervige Eltern aus Steinhude diese Politiker aus Ihrem lieblichen Dornröschenschlaf im Rathaus geweckt haben. Und das zeigen sie auch heute wieder. Der Kommentar, was man denn mit dem gespendeten Geld so alles „sinnvolleres“ hätte machen können, spottet dabei echt jeder Beschreibung. Natürlich ist es im Nachhinein , wenn die Klagen nicht zum Erfolg führen, „rausgeschmissenes Geld“ – leider. Das steht zum einen aber noch nicht fest, zum anderen hilft es auch hier wieder, sich einmal an die eigene Nase zu fassen, denn, wer den Haushalt der Stadt Wunstorf liest und in den letzten Jahren las, der kann die gleiche Frage postwendend zurück geben.

 

 

Rot-Grün will die Schulvielfalt erhalten – Selten so gelacht

10828142_953759444636130_2980355225438367289_oNach der Lektüre der heutigen Leine-Zeitung musste ich doch staunen. Frau Riedel von der SPD nimmt direkt auf mich Bezug und behauptet Rot-Grün wolle die „Schulvielfalt erhalten“. Es gäbe kein Ziel in Wunstorf nur noch Gesamtschulen anzubieten.

Das ist aber offensichtlich nicht ganz richtig, wie ich finde. Zum einen haben die Grünen noch vor wenigen Tagen in einer Pressemitteilung mitgeteilt, dass die Gründung einer IGS in der Barne in Ihrem Interesse wäre: „Viel­leicht er­füllt das Schul­zen­trum in der Barne die Vor­aus­set­zun­gen für eine wei­te­re, die­ses Mal öf­fent­lich ge­tra­gene IGS; es sollte uns recht sein.“ hieß es dort sehr deutlich.

Darüber hinaus haben beide Parteien die Einheitsschule von Klasse 1 bis 10 noch immer in ihren Grundsatzprogrammen verankert.

Mit dem neuen Schulgesetz plant Rot-Grün, die Gesamtschulen künftig als ersetzende Schulform zuzulassen. Das bedeutet, dass Landkreise und kreisfreie Städte nicht länger Haupt-, Real- und Oberschulen und Gymnasien vorhalten müssen, sofern sie eine Gesamtschule haben. Als erstes werden nach dem Schulgesetz die Haupt-, Real- und Oberschulen von der Landkarte verschwinden und anschließend wird es den Gymnasien an den Kragen gehen. Die Behauptung von Rot-Grün, es würde keine Schulform abgeschafft, ist aus meiner Sicht daher leider irreführend.

Vor zwei Jahren wurden die Gründungsvoraussetzungen für Gesamtschulen deutlich erleichtert. Daraufhin sind aber offenbar weniger Gesamtschulen entstanden als von SPD und Grünen erhofft. Der Grund liegt darin, dass Gesamtschulen bereits überall dort gegründet worden sind, wo die Schülerzahlen die Einrichtung einer Gesamtschule unter Beibehaltung der Schulvielfalt ermöglicht haben. Weitere Gesamtschulen können nur noch dann entstehen, wenn andere Schulen geschlossen werden. Dafür schaffen SPD und Grüne im Landtag jetzt die Grundlage.

Und, für meine Meinung und meine Äußerungen zu dem Thema ist das Abstimmungsverhalten einzelner CDU- und FDP-Mitglieder im Rat der Stadt Wunstorf völlig unerheblich, denn darum geht es nicht. Ich kann als Privatperson und Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Steinhuder Schulen“ durchaus eine andere Meinung vertreten, als die der Rats-Fraktion der FDP in Wunstorf.

Kommentar zur Pressemitteilung der Grünen vom 29.01.2015

10945528_710757695688204_1631755559070513233_nIch danke den Grünen für Ihre Offenheit

Es ist eine Frechheit, was die Grünen sich in Wunstorf erlauben. Selten habe ich eine so selbstgerechte und selbstgefällige Pressemitteilung wie die dieser Partei gelesen. Die Grünen unterstützen die Initiative für ein Bürgerbegehren – nur um es scheitern zu sehen. Es ist, ich kann es nicht anders sagen, eine Frechheit, als politische Partei, die auch in unserem Rat vertreten ist, so mit den Wunstorfer Wählerinnen und Wählern umzugehen.

Dazu strotzt die PM nur so von Seitenhieben die neben der „gutbürgerlichen Minderheit“ in Steinhude, auch das „selbstgerechte“ Hölty-Gymnasium nicht verschonen und das Schulzentrum Steinhuder darüber hinaus als „kuschelige Inselschule“ diffamiert.

Aber ich danke den Grünen auch für die Ehrlichkeit. Nachdem in den letzten Wochen viel um den heißen Brei geredet wurde kommen sie nämlich endlich auf den Punkt. Es geht der Rot-Grünen Ratsmehrheit bei der Debatte um die Schließung des Schulzentrums Steinhude in erster Linie um ideologische Gründe – um die Stärkung der Schulform IGS und keineswegs um dringende finanzielle, örtliche oder die Schülerinnen und Schüler betreffende Gründe. Interessanter Weise werden in einer ellenlangen Pressemitteilung die Wünsche von Eltern und Schülern nicht mit einem einzigen Wort erwähnt.

Der Frust über die Nicht-Gründung einer IGS in Steinhude, die zähneknirschende Zustimmung zur kirchlichen Trägerschaft der Wunstorfer IGS und der ausdrückliche Wunsch auch in der Barne eine IGS installieren zu wollen zeigen, dass offenbar alles getan wird um diese Schulform als alleiniges System in Wunstorf zu etablieren.

Danke für so viel Ehrlichkeit, liebe Grüne. Danke.

„Gemeinsam für unser Schulzentrum Steinhude“

Ich untersütze die Arbeitsgemeinsschaft „Gemeinsam für unser Schulzentrum Steinhude“. Gemeinsam kämpfen wir für den Erhalt des Schulzentrums. Letzte Woche habe ich mit einigen Organisatoren getroffen und daraus ist der folgende Artikel im Wunstorfer-Blatt entstanden.

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Volksbegehren für gute Schulen

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Gestern habe ich auf unserem Weihnachtsmarkt meine Unterschrift für das „Volksbegehren für gute Schulen“ gegeben. Es ist in der Regel nicht leicht, mich auf der Straße zu einem Autogramm zu bewegen, aber gestern war es eine Sache von Minuten. Denn das o.g. Volksbegehren findet meine volle Unterstützung.

Was wird nicht seit Jahren diskutiert und lamentiert über unser derzeit schwächelndes Schulsystem. Dann wird hier an einem Schräubchen gedreht und dort und wieder hier und dort. Und meistens kommt nichts anständiges dabei raus, es wurde wieder nur einmal alles verschlimmbessert.

Da wird die Orientierungsstufe abgeschafft und Lehrer, bzw. Eltern müssen für Ihre nicht einmal zehnjährigen Kinder entscheiden, welchen weiteren Weg die Kinder gehen wollen. Und dann wundert man sich, dass die Gymnasien platzen. Dann führt man das Abitur nach 12 Jahren ein, kürzt gleichzeitig Unterrichtsstunden und wundert sich über überforderte Kinder.

Nach dem Desaster von Winnenden wird publikumswirksam nach Schuldigen gesucht: Die Spiele, die Schützenvereine, die Eltern, die Gesellschaft – wer nicht alles schuld ist. Und nach ein paar Wochen lamentieren geht alles weiter wie bisher.

An meinem alten Gymnasien sind die Klassen zum Teil mit 30 Kindern gefüllt. Wundert sich da wirklich noch jemand, dass die Lehrer überfordert sind, sich niemand mehr um die schwächeren Kinder kümmern kann und die stärkeren gelangweilt sind und irgendwelche Hyperaktivitäten entwickeln? Ich wundere mich jedenfalls nicht.

Trotzdem kommt niemand auf die Idee vielleicht einfach mal mehr Lehrer einzustellen. Damit könnte man die Klassen verkleinern, die Betreuung optimieren, die verlässliche Schule auf solide Beine stellen und vieles mehr. Aber nein, das kostet ja Geld – welches wir lieber einem neuen Staatsminister geben, in marode Automobilkonzerne oder Banken bzw. Managergehälter stecken. Denn die Kinder haben keine Lobby.

Deswegen unterstütze ich das Volksbegehren:

  • Gymnasien und Gesamtschulen sollen wieder zur Regelschulzeit von 13 Jahren bis zum Abitur zurückkehren, denn Allen Schülerinnen und Schüler auf Gymnasien und Gesamtschulen sollen auf dem Weg zum Abitur mehr Zeit bekommen. Zeit zum Lernen, aber auch, um ihre Neigungen zu entdecken und soziales Engagement in Vereinen oder anderen gesellschaftlichen Gruppen zu entwickeln. Es geht schließlich nicht nur um eine fachliche Qualifikation, sondern auch um die Entwicklung persönlicher Stärken und Fähigkeiten. Unsere Gesellschaft und auch unsere Wirtschaft brauchen verantwortungsbewusste junge Menschen mit sozialer Kompetenz, die einmal mit Weitblick Entscheidungen für sich und Andere treffen können.
  • Neue Gesamtschulen dürfen schon mit vier, in Ausnahmefällen auch mit drei Klassen pro Jahrgang gegründet werden, denn Niedersachsen braucht mehr Gesamtschulen. Das beweisen die Elternbefragungen in vielen Gemeinden und Landkreisen.
  • Volle Halbtagsschulen müssen erhalten bleiben, denn die Abschaffung der Vollen Halbtagsschulen am Ende dieses Schuljahres dient nur dem Zweck, Lehrerstunden zur Stabilisierung der Unterrichtsversorgung an anderen Schulen zu gewinnen. Richtig ist: Gute Schulen müssen erhalten bleiben, andere Schulen müssen besser ausgestattet werden.

Ich finde das sind sinnvolle Forderungen. Knapp 600.000 Unterschriften müssen gesammelt werden, damit sich unser Landtag mit diesem Volksbegehren beschäftigt.  Und unsere Kinder sollten uns das Wert sein.

Es wird Zeit auch einmal Zeichen zu setzen für unsere Kinder. Damit diese eine Chance bekommen. Ich bin dabei.

Weitere Informationen gibt es unter: http://www.volksbegehren-schulen.de